Psoy & Opa! / In The Dead Of Night (2010)

Psoy Galatktinovich Korolenko – ein Phänomen aus dem Moskauer Untergrund veröffentlicht sein neuestes Album. Alexander Delphinov (ein Phänomen aus dem russischen Berlin) beschrieb ihn passend: „Seine Show ist etwas zwischen einer wahnsinnigen Business-Präsentation und charismatischer Sekten-Predigt im Rock-n-Roll-Stil“.

Auf dem neusten Album tritt Psoy ohne sein geliebtes Garmocha (ein Casio-Synthesizer) auf. Korolenko spielt eine Auswahl seiner Stücke zusammen mit der Petersburger Band Opa! (ex Opa Novyi God). Die Band, die laut Selbstbezeichnung etwas zwischen russischem Klezmer, sowjetischem Pop und nostalgischem Kitsch spielt, tatsächlich aber vor allem Ska(-Punk) spielt, gibt dem Album auch einen starken Offbeat-Einfluss.

Das Album ist denn auch eine Ska-Variante der ältesten, eigentümlich-eigenen Psoy-Songs. Ganz typisch für das musikalische Verständnis des Barden Psoy, beginnt die Aufnahme mit einem Ephitalamium. Diese Form der Dichtkunst findet sich bei den antiken Griechen. Es war Teil des Hochzeitsrituals, in der der Braut in Liedform das Beste für die Zukunft gewünscht wurde. Auf fröhliche Art und Weise arrangiert, vermag es Psoy augenzwinkernd satirische Elemente einzubringen. Der Refrain wünscht dem Paar wunderbare Liebe und wunderschöne Karotten.

Die Lieder sind mit einer Ausnahme alle in russischer Sprache, obwohl Korolenko seine Lieder in mehr als vier Sprachen vortragen kann. Ein Song ist denn auch an Jim Morrison gewidmet, der, so Psoy, gäbe es kein Sex, Drugs & Rock’n’Roll, 70 Jahre alt geworden wäre. Die Lieder, die Korolenko, der eigentlich Pavel Lion heisst, singt, stammen teilweise noch aus den 80er Jahren.

Wer Psoy Korolenko schon kennt, für den ist das Album ein interessantes Neu-Arrangement der alten und grösstenteils sehr bekannten Psoy-Songs. Wer der russischen Sprache mächtig ist, wird in Psoys Songs in eine andere Welt entführt, mit traditionsreichen Gedichtformen und Zitaten aus dem russisch(-jüdischen) Kosmos, Absurditäten, kleinen wundervollen Erzählungen und vielen post-modernen Brüchen konfrontiert. Die Band gibt dem Sound eine neue Note, doch wer die alten Interpretationen mit der Garmocha bereits kennen, der wird den schrägen Sound vermissen.

Tracks

1. Строгая Эпиталама / Strong Epithalamium 4:53

2. Femmes, Femmes, Femmes 8:06

3. Песня Волков / Song Of The Wolves 8:25

4. Мышки-Блохы / Mice’n'Lice 3:53

5. Стань Сильным / Get Strong 5:18

6. Dedicated To Jim Morrison 4:06

7. Румба / Rumba 4:33

8. Гордое Имя Петух / Cock-A-Doodle-Doo 8:50

9. Любовь / Love 3:58

10. Про Нашу Победу / Carrying The Day 6:38

11. Под Покровом Нощи/ In The Dead Of Night 4:07

Links

http://www.myspace.com/psoy

http://o-p-a.ru

Video

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